Lanka Sip Ho: Das Buddhistische Dai-Epos Aus Yunnan

Forscher berichten über Laṅka Sip Ho, eine Adaption des Ramayana-Epos in der Dai-Sprache, die unter dem Dai-Volk in Yunnan, China, überliefert wurde. Chinesische Wissenschaftler identifizierten das Werk 1956 bei einer Erfassung der Literatur ethnischer Minderheiten in Yunnan. Der Name bedeutet im chinesischen Dai-Dialekt ‘Zehn Köpfe von Laṅka’ und bezieht sich auf den zehnköpfigen Dämonenkönig Ravaṇa. Der Text ist auch als ‘Kham Khap Lanka Sip Hua’ bekannt und bei Volksgruppen wie den Tai-Lue, Tai Yuan und Tai Yai verbreitet. Eine gedruckte chinesische Ausgabe erschien 1981, herausgegeben von Dao et al., während ein Manuskript auf das Jahr 1312 n. Chr. datiert ist.
Für die vergleichende Religions- und Folkloreforschung zeigt die Erzählung eine synkretistische Umgestaltung. Laṅka Sip Ho ist eine buddhistische Nacherzählung, die Rama als Bodhisattva darstellt. Der Text verbindet Elemente aus der Dai-Kultur sowie südostasiatischen und chinesischen Traditionen. Er unterscheidet sich vom Valmiki-Ramayana unter anderem dadurch, dass die Prinzen aus Bananen geboren werden und das Exil zwölf Jahre dauert.