Meldung · Archäologie

Säuglings-Zwillingsgrab in Ephesos könnte auf Omen-Glauben hinweisen

· Quelle independent.co.uk · Temple of Artemis, Ephesus, Turkey

Temple of Artemis, Ephesus, Turkey

Archäologinnen haben in einem aufgelassenen römischen Latrinenkanal nahe dem Artemis-Tempel in Ephesos, Türkei, ein Kistengrab mit zwei perinatalen Individuen entdeckt, bei denen es sich wahrscheinlich um Zwillinge handelt. Die Forscherinnen Caroline Partiot und Lilli Zabrana vom Österreichischen Archäologischen Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften analysierten die Überreste. Sie schätzten das Gestationsalter der Säuglinge zum Todeszeitpunkt auf 33 bis 34 Wochen. Während die Latrine ursprünglich im 2. oder 3. Jahrhundert n. Chr. erbaut wurde, stammt das Grab aus dem 8. oder 9. Jahrhundert n. Chr.

Die Forscherinnen berichten, dass die Bestattung Merkmale christlicher Bestattungssitten aufweist, darunter eine Ost-West-Ausrichtung. Dies deutet darauf hin, dass die Beisetzung bewusst und respektvoll erfolgte und keine bloße Entsorgung war. Zudem schlagen die Forscherinnen vor, dass die Geburt der Kinder, da es sich wahrscheinlich um Zwillinge handelte, in der damaligen Gemeinschaft als böses Omen angesehen worden sein könnte.

Häufige Fragen

Wo genau wurden die Überreste der Säuglinge gefunden?
Die Überreste wurden in einem ausgedienten römischen Latrinenkanal nahe dem Artemis-Tempel in Ephesos in der Türkei entdeckt.
Warum vermuten die Forscherinnen ein böses Omen?
Die Forscherinnen vermuten, dass die Geburt als böses Omen gegolten haben könnte, weil es sich wahrscheinlich um Zwillinge handelte. Trotzdem weisen die Merkmale des Grabes auf eine respektvolle christliche Bestattung hin.