Haughey's Fort als rituelles Zentrum der späten Bronzezeit identifiziert

Aktuelle Forschungen zeigen, dass Haughey’s Fort in der späten Bronzezeit zwischen 1200 und 800 v. Chr. ein bedeutendes Zentrum für Macht, Produktion und Rituale war. Eine Studie unter der Leitung von Dr. James O’Driscoll von der University of Glasgow und Dr. Patrick Gleeson von der Queen’s University Belfast kombinierte Fernerkundung, Ausgrabungen und archivarische Neubewertungen. Das Team identifizierte eine 109 Hektar große Einfriedung, deren Bau um 1200 v. Chr. begann. Die Forscher berichten von 204 möglichen Strukturen sowie Beweisen für Fernhandel und die handwerkliche Herstellung von hochrangigen Artefakten.
Für die Archäologie der Religion bietet die Stätte wichtige Belege für frühe zeremonielle Praktiken in Westeuropa. Die Untersuchung identifiziert eine zeremonielle Allee, die zu einem rituellen Becken führt, was die strukturierte Natur bronzezeitlicher Glaubenssysteme unterstreicht. Die Wissenschaftler stufen Haughey’s Fort als ein proto-urbanes Zentrum ein. Dies deutet darauf hin, dass rituelle Handlungen und elitäre Handwerksproduktion eng mit der frühen Entwicklung komplexer Siedlungen verbunden waren.