Der Meeresspiegelanstieg im frühen Holozän prägte Klima und Migration

Forscher berichten, dass das Ozeanvolumen während des Eisabbaus zwischen 11.650 und 7.000 kalibrierten Jahren vor heute global stark anstieg. Dieser Meeresspiegelanstieg im frühen Holozän führte zu einem Anstieg des globalen mittleren Meeresspiegels um etwa 60 Meter. Hauptursachen waren die Schmelzwasserfreisetzung aus zerfallenden Eismassen und das Aufbrechen küstennaher Eisströme. Im frühen Holozän zwischen 11,3 und 8,2 ka verlangsamte sich der Anstieg auf etwa 8 mm pro Jahr, ging im mittleren Holozän auf 2 mm pro Jahr zurück und lag um 5 ka bei unter 1 mm pro Jahr.
Dieser Prozess wird als Faktor für das Kälteereignis vor 8.200 Jahren, veränderte Meeresströmungsmuster und mögliche Verstärkungen der vulkanischen Aktivität gesehen. Für das Verständnis alter Überlieferungen und der Kulturgeschichte sind diese Umweltveränderungen von großer Bedeutung. Hypothesen legen nahe, dass der schnelle Anstieg des Meeresspiegels und der Verlust von Küstenland die menschlichen Migrationsmuster prägten. Forscher nehmen an, dass diese Einflüsse auch zur Ausbreitung der neolithischen Revolution nach Europa beitrugen.