Das uralte Erntedankritual, bei dem der Kaiser persönlich neu geernteten Reis und Sake allen Kami des Himmels und der Erde darbringt und ihn dann selbst verzehrt. Dieser Akt der göttlichen Tischgemeinschaft (das Teilen einer Mahlzeit mit den Göttern) ist das spirituelle Fundament des japanischen Königtums. Das Ritual geht über schriftliche Aufzeichnungen hinaus. Wenn ein neuer Kaiser dieses Ritual zum ersten Mal nach seiner Thronbesteigung durchführt, wird es zum Daijōsai, der heiligsten und geheimsten Zeremonie im Shinto, die in einer eigens errichteten Halle stattfindet, die nach einmaligem Gebrauch abgerissen wird.