Der Mond war der älteste Kalender der menschlichen Zivilisation. Babylonische Priester verfolgten seinen 29,5-Tage-Zyklus, um die Monate festzulegen, Finsternisse vorherzusagen und religiöse Feste zu planen. Der Mondgott Sin herrschte über Ur, eine der größten Städte Mesopotamiens. Sein Halbmondsymbol erschien auf Grenzsteinen und königlichen Siegeln. Die ägyptische Religion ordnete den Mond Thoth zu, dem Gott der Schrift, des Messens und der Zeitrechnung. Thoths Ibiskopf und Mondscheibe verbanden den Mond mit Aufzeichnungen, Magie und dem Totengericht.
Die griechische Astrologie teilte den Mond zwischen Selene, die den silbernen Wagen über den Nachthimmel lenkte, und Artemis, der Göttin der Jagd, der Wildnis und der Geburt. Ptolemäus klassifizierte den Mond als kalt und feucht, zuständig für die Körperflüssigkeiten, das Gehirn und das linke Auge. Er setzte ihn als Herrscher des Krebses ein und bemerkte, dass die Geschwindigkeit des Mondes ihn zum am schnellsten wechselnden Einfluss in jedem Geburtshoroskop machte. Mittelalterliche Astrologen nannten den Mond das 'Kleine Licht' und verbanden ihn mit Silber, Perlen und den Gezeiten.
Die moderne Astrologie verwandelte den Mond in ein Symbol des inneren Selbst. Dane Rudhyar deutete den Mond in den 1930er Jahren als Psyche um, als Speicher von Kindheitserinnerungen und emotionalen Gewohnheiten. In der psychologischen Astrologie offenbart das Mondzeichen, wie eine Person Gefühle verarbeitet, was sie braucht, um sich sicher zu fühlen, und wie sie ihre Mutter oder primäre Bezugsperson erlebt hat. Der Mond durchläuft alle zwölf Zeichen in etwa 28 Tagen und ist damit der schnellste Himmelskörper im Horoskop und der persönlichste.