Bestiarium · Politischer Spuk / Schwindel
Woodstock-Palast
Woodstock-Palast: das königliche Anwesen, auf dem ein royalistischer Spion in Dienerkleidung Cromwells Kommissare neunzehn Tage lang terrorisierte. Die einzige Spukgeschichte der englischen Geschichte mit einem vollständigen Geständnis, das genau erklärt, wie alles gemacht wurde.
Primärquellen
- The Just Devil of Woodstock (Flugschrift von 1660)
- Joseph Collins, The Secret History of the Good Devil of Woodstock
- Charles Mackay, Extraordinary Popular Delusions and the Madness of Crowds (1852)
- Sir Walter Scott, Woodstock; or, The Cavalier (1826)
Schutzmaßnahmen
- Keine wirksamen (die Kommissare flohen)
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Der Spuk dauerte neunzehn Tage und beendete vier Karrieren. Vier parlamentarische Kommissare, die im Oktober 1649 nach Woodstock Manor geschickt wurden, um das Anwesen zu begutachten, wurden Nacht für Nacht angegriffen: Betten flogen durch die Zimmer, Brennholz wurde verstreut, Glasscherben regneten aus dem Nichts, das Hinterteil eines geisterhaften Pferdes trat jedes Feuer aus, und ein Pferdekieferknochen wurde auf den Esstisch geschleudert. Schließlich gaben sie das Anwesen auf und kehrten nach London zurück.
Der Ort
Woodstock Manor war ein königliches Jagdschloss in Oxfordshire, das seit dem 12. Jahrhundert von englischen Königen genutzt wurde. Heinrich II. hielt dort seine Geliebte Rosamund Clifford. Nachdem Karl I. am 30. Januar 1649 hingerichtet worden war, schickte das Parlament Kommissare zu allen königlichen Besitztümern, um sie zu erfassen, zu entkleiden und zu verkaufen. Nach Woodstock kamen die Captains Crook, Hart, Cockaine und Carelesse.
Was geschah
Die Kommissare trafen am 13. Oktober ein. In der vierten Nacht begannen die Störungen. Etwas, das einem Hund oder Bären ähnelte, wurde dabei gesehen, wie es das Herrenhaus betrat. In den folgenden zwei Wochen steigerten sich die Vorfälle: Betten wurden gewaltsam umhergeworfen, Kerzen gelöscht, Vorhänge heruntergerissen, Diener mit stinkendem Grabenwasser überschüttet, zerbrochenes Glas durch die Räume geschleudert und das Schulterblatt eines toten Pferdes auf die Kommissare geworfen. Am 1. November, nach einer Nacht, in der es aus jeder Wand klopfte, verließen sie den Ort.
Das Geständnis
Nach der Restauration Karls II. im Jahr 1660 veröffentlichte Joseph Collins eine Flugschrift, in der er alles erklärte. Unter dem Namen „Giles Sharp“ hatte er sich in den Haushalt der Kommissare eingeschlichen und sich als Diener anstellen lassen. Aus Jahren in der Umgebung kannte er jede Falltür und jeden Geheimgang des Gebäudes. Er benutzte Schießpulver für Lichtblitze, einen säugenden Hund für seltsame Geräusche und sein Wissen über die verborgenen Korridore, um sich ungesehen zu bewegen.
Sein Motiv war politisch. Collins war ein Royalist und dem hingerichteten König treu ergeben; mit seinem künstlich erzeugten Übernatürlichen wollte er königliches Eigentum vor der Beschlagnahmung durch das Parlament schützen. Die puritanischen Kommissare, bei aller Skepsis gegenüber katholischem Aberglauben, liefen vor einem Geist davon, der aus Falltüren und Grabenwasser bestand.
Sir Walter Scott nutzte den Fall später als Grundlage für seinen Roman Woodstock (1826).
Quellen
Bibliographie. Dieselbe Liste findet sich auch im Frontmatter des Artikels für Zitationswerkzeuge, die diese Daten maschinell auslesen.
- The Just Devil of Woodstock (Flugschrift von 1660)
- Joseph Collins, The Secret History of the Good Devil of Woodstock
- Charles Mackay, Extraordinary Popular Delusions and the Madness of Crowds (1852)
- Sir Walter Scott, Woodstock; or, The Cavalier (1826)
