Venus

Venus
Typ Liebesgöttin / Siegesgöttin
Herkunft Römisch (mit Synkretismus zur griechischen Aphrodite)
Zeitraum 3. Jahrhundert v. Chr. (Hauptkult) – 4. Jahrhundert n. Chr.
Primärquellen
  • Vergil, Aeneis: Venus als Mutter des Aeneas
  • Lukrez, De Rerum Natura: Anrufung der Venus als schöpferische Kraft
  • Sueton, Divus Iulius: Caesars Anspruch auf Abstammung von Venus
Verwandte Wesen
Earth Mother
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Venus begann klein. Ihre frühesten lateinischen Bezüge verbanden sie mit Gärten, Vegetation und landwirtschaftlicher Fruchtbarkeit. Der Name könnte von einer italischen Wurzel stammen, die „Begierde“ oder „Anmut“ bedeutet. Sie gehörte nicht zu den ursprünglichen großen Göttern Roms.

Aeneas

Ihr Aufstieg kam durch die Mythologie. Aeneas, der trojanische Prinz, der den Fall Trojas überlebte und nach Italien segelte, war ihr Sohn von dem sterblichen Anchises. Vergils Aeneis machte daraus die Gründungsgeschichte Roms: Venus führte Aeneas durch Schiffbruch, Krieg und die Unterwelt, um die Stadt zu begründen, die zur Hauptstadt der Welt wurde. Die julische Familie, aus der sowohl Caesar als auch Augustus hervorgingen, beanspruchte eine direkte Abstammung von Aeneas und damit von Venus selbst.

Venus Genetrix

Julius Caesar errichtete 46 v. Chr. in seinem Forum einen Tempel für Venus Genetrix, „Venus die Mutter“. Der Tempel war eine politische Aussage: Der Herrscher Roms verehrte im Tempel seine eigene göttliche Ahnin. Augustus setzte dieses Programm fort. Die Staatsgöttin der Liebe und Schönheit war zugleich die Staatsgöttin dynastischer Legitimität.

Lukrez

Der Dichter Lukrez, ein epikureischer Materialist, der bestritt, dass die Götter in menschliche Angelegenheiten eingreifen, eröffnete sein philosophisches Gedicht De Rerum Natura mit einem Hymnus an Venus als schöpferische Kraft, die alles Leben antreibt. Selbst ein Dichter, der gegen göttliches Eingreifen argumentierte, konnte nicht ohne sie beginnen. Venus war das Prinzip, das die Dinge dazu brachte, existieren zu wollen.

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