Bestiarium · Genozidgefängnis / Gedenkstätte

Tuol Sleng (S-21)

Tuol Sleng: das Gefängnis der Roten Khmer in Phnom Penh, in dem zwischen 1975 und 1979 mindestens 12.000 Menschen gefoltert und ermordet wurden. Sieben überlebten. Das Gebäude war einst ein Gymnasium.

Tuol Sleng (S-21)
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Das Gebäude an der Ecke von Straße 113 und Straße 350 in Phnom Penh war bis 1975 die Tuol Svay Prey High School. Als die Roten Khmer am 17. April 1975 die Stadt einnahmen, räumten sie die Schule, vertrieben die Schüler und machten daraus das Sicherheitsgefängnis 21, bekannt als S-21. Die Klassenzimmer wurden zu Zellen. Die Turnstangen wurden zu Galgen. Die Balkone wurden mit Stacheldraht umwickelt, damit Gefangene sich nicht in den Tod stürzen konnten.

Der Ablauf

Die Gefangenen kamen mit Kapuzen über dem Kopf und in Ketten an. Bei der Einlieferung wurden sie fotografiert; so entstand das Archiv von mehr als 6.000 Erkennungsfotos, das heute die Wände des Museums bedeckt. Sie wurden in Reihen an den Boden gekettet oder in einzelne Backsteinzellen gesperrt, die kaum größer als ein menschlicher Körper waren. Die Vernehmer folterten sie, bis sie gestanden, für die CIA, den KGB oder die Vietnamesen gearbeitet zu haben — je nachdem, welches Geständnis man ihnen abpressen wollte. Die Geständnisse waren Fiktion. Die Toten nicht.

Die Zahlen

Zwischen 1975 und 1979 durchliefen mindestens 12.000 Menschen S-21. Manche Schätzungen gehen bis auf 20.000. Sieben überlebten. Die Toten wurden zu den fünfzehn Kilometer südlich gelegenen Killing Fields von Choeung Ek gebracht, wo man sie mit Eisenstangen, Hacken und Bambusstöcken hinrichtete, um Munition zu sparen. In den Massengräbern von Choeung Ek wurden mehr als 8.000 Schädel gefunden.

Das Museum

Als vietnamesische Truppen Phnom Penh im Januar 1979 einnahmen, fanden sie vierzehn Leichen im Gefängnis — die letzten Opfer — sowie das Fotoarchiv. 1980 wurde das Gebäude in das Tuol-Sleng-Genozid-Museum umgewandelt. Die Zellen, die Fesseln und die Fotografien sind noch immer so erhalten, wie man sie damals vorfand.

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