Kompendium · Königliche Nekropole
Das Tal der Könige
Fünf Jahrhunderte lang war dies die Begräbnisstätte der ägyptischen Pharaonen. Dreiundsechzig Gräber wurden in Kalksteinfelsen gehauen. Die Entdeckung von Tutanchamuns Grab im Jahr 1922 löste die Legende vom „Fluch der Mumie“ aus, als Lord Carnarvon wenige Wochen später starb.
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Das Tal der Könige liegt am Westufer des Nils, gegenüber der modernen Stadt Luxor. Während des Neuen Reiches gaben Ägyptens Pharaonen für ungefähr fünfhundert Jahre die Pyramidenform auf und ließen ihre Gräber in die Kalksteinfelsen dieses schmalen Tals schlagen.
Die Gräber
Dreiundsechzig Gräber wurden bisher identifiziert. Die frühesten gehören zu Pharaonen der 18. Dynastie, um 1539 v. Chr. Die letzte königliche Bestattung datiert auf etwa 1075 v. Chr. Die Gräber unterscheiden sich stark in ihrer Größe, von einzelnen Kammern bis zu weitläufigen Anlagen mit Dutzenden von Räumen. Die Wände sind mit Szenen aus Totentexten bemalt, darunter das Totenbuch, das Amduat und das Pfortenbuch. Sie zeigen den Weg des Pharaos durch die Unterwelt und seine Wiedergeburt im Morgengrauen.
Tutanchamun
Am 26. November 1922 öffnete Howard Carter einen versiegelten Zugang im Talboden und entdeckte das Grab Tutanchamuns, die einzige königliche Bestattung, die mit ihrem Inhalt weitgehend unversehrt gefunden wurde. Mehr als 5.000 Objekte füllten vier Kammern. Als Carters Förderer Lord Carnarvon wenige Wochen nach der Öffnung an den Folgen eines infizierten Mückenstichs starb, erfand die Presse den „Fluch des Pharaos“. Die Geschichte verkaufte jahrzehntelang Zeitungen. Carnarvon war allerdings schon seit Jahren gesundheitlich angeschlagen.
Das Tal heute
Das Tal gehört zum UNESCO-Welterbe. Um Schäden durch Feuchtigkeit und den Besucherstrom zu begrenzen, werden die Gräber nur wechselweise für Besucher geöffnet. Die am reichsten ausgestatteten Gräber, darunter jene von Sethos I. und Ramses VI., enthalten einige der schönsten erhaltenen Beispiele altägyptischer Kunst.
