Bestiarium · Windgott
Stribog
Stribog: der slawische Windgott aus Wladimirs Pantheon. Das Slovo o polku Igoreve nennt die Winde „Stribogs Enkel“. Jenseits dieser beiden Erwähnungen ist er ein Gott, der durch Schweigen definiert wird.
Primärquellen
- Nestorchronik (980 n. Chr.): unter Wladimirs sechs Göttern aufgeführt
- Slovo o polku Igoreve: „die Winde, Stribogs Enkel, wehen vom Meer mit Pfeilen gegen Igors tapfere Regimenter“
Die Nestorchronik führt Stribog unter den sechs Göttern auf, die Wladimir 980 n. Chr. in Kiew errichten ließ. Das Slovo o polku Igoreve fügt ein einziges Detail hinzu: „Die Winde, Stribogs Enkel, wehen vom Meer mit Pfeilen gegen Igors tapfere Regimenter.“
Zwei Sätze
Das sind die einzigen beiden Belege für Stribog in der gesamten erhaltenen mittelalterlichen slawischen Literatur. Keine kirchliche Beichtvorschrift verurteilt seine Verehrung. Keine Hagiografie beschreibt die Zerstörung seines Götzenbildes. Keine volkstümliche Überlieferung bewahrt seinen Namen. Wären die Nestorchronik und das Slovo verloren gegangen, würde Stribog im historischen Befund nicht existieren.
Was der Name bedeuten könnte
Die Etymologie ist umstritten. Ein Vorschlag leitet Stribog von stri- ab, also „verbreiten“ oder „zerstreuen“, und macht ihn damit zum „Gott, der austeilt“ oder „verteilt“. Eine andere Deutung verbindet den Namen mit einer iranischen Wurzel. Eine dritte liest ihn als „der alte Gott“ oder „Onkel-Gott“. Keine dieser Erklärungen hat sich durchgesetzt. Die Winde waren seine Enkel, nicht seine Kinder – das deutet auf eine generationelle Distanz hin: Stribog gehört zu einer älteren Ordnung, und die Winde stammen von ihm über Zwischenwesen ab, deren Namen niemand aufgezeichnet hat.
Quellen
Bibliographie. Dieselbe Liste findet sich auch im Frontmatter des Artikels für Zitationswerkzeuge, die diese Daten maschinell auslesen.
- Nestorchronik (980 n. Chr.): unter Wladimirs sechs Göttern aufgeführt
- Slovo o polku Igoreve: „die Winde, Stribogs Enkel, wehen vom Meer mit Pfeilen gegen Igors tapfere Regimenter“
