Bestiarium · Hautabstreifender Vampir

Soucouyant

Soucouyant: der karibische Vampir, der nachts seine Haut abstreift und als Feuerball fliegt, um Blut zu trinken. Findet man seine Haut und füllt sie mit Salz, kann er sie nicht wieder anlegen.

Soucouyant
Typ Hautabstreifender Vampir
Herkunft Trinidadisch / Karibik (westafrikanische Wurzeln)
Zeitraum Kolonialzeit bis heute; lebendiger Volksglaube
Primärquellen
  • Karibische mündliche Überlieferung
  • Gerard Besson, The Book of Trinidad (1992)
Verwandte Wesen
Bloodsucker
Night Terror
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In Trinidad ist der Soucouyant die alte Frau, die allein lebt. Tagsüber bleibt sie für sich. Nachts geht sie zu einem Mörser in der Ecke ihres Hauses, streift ihre Haut ab wie ein Kleidungsstück und legt sie sorgfältig hinein. Ohne Haut verwandelt sie sich in einen Feuerball und fliegt durch die Dunkelheit, dringt durch Schlüssellöcher oder Risse in den Wänden in Häuser ein. Sie trinkt Blut aus den Armen und Beinen schlafender Menschen. Die Opfer wachen mit blauschwarzen Malen auf, die sie sich nicht erklären können.

Die Abwehr

Der klassische Schutz ist Reis. Streut Körner vor eure Tür, und der Soucouyant muss jedes einzelne zählen, bevor er eintreten kann. Er zählt langsam. Die Morgendämmerung kommt, bevor er fertig ist. Dieselbe Abwehr taucht in Vampirtraditionen von China bis Osteuropa auf und deutet entweder auf einen gemeinsamen Ursprung hin oder auf eine verbreitete menschliche Intuition, dass zwanghaftes Zählen eine Schwäche sein kann.

Die endgültige Lösung ist die Haut. Findet den Mörser, während sie unterwegs ist. Nehmt die Haut heraus. Füllt sie mit grobem Salz oder scharfem Pfeffer. Wenn der Soucouyant vor Tagesanbruch zurückkehrt und versucht, die Haut wieder anzulegen, brennt sie. Sie windet sich und schreit: “Haut, Haut, kennst du mich nicht?” Die Haut antwortet nicht. Ohne sie ist sie der Sonne ausgeliefert und wird vernichtet.

Die Wurzeln

Der Soucouyant geht auf den westafrikanischen asiman oder obayifo zurück, vampirische Hexen, die ihre Haut abstreifen und als Lichter in der Dunkelheit fliegen. Durch den Sklavenhandel gelangte diese Tradition in die Karibik. In Guadeloupe heißt dieselbe Gestalt soukougnan. Auf Dominica loogaroo (vom französischen loup-garou, Werwolf). Die karibische Version verbindet afrikanische Vorstellungen vom Hautabstreifen mit europäischen Vampir- und Werwolfelementen zu etwas, das keinem der beiden Kontinente allein gehört.

Quellen

Bibliographie. Dieselbe Liste findet sich auch im Frontmatter des Artikels für Zitationswerkzeuge, die diese Daten maschinell auslesen.

  • Karibische mündliche Überlieferung
  • Gerard Besson, The Book of Trinidad (1992)
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