Bestiarium · Berg-Riesin / Skigöttin

Skaði

Skaði: die nordische Riesin, die bewaffnet nach Asgard kam und Gerechtigkeit forderte. Sie wählte einen Ehemann nach seinen Füßen, bekam den falschen Gott und kehrte allein in ihre Berge zurück.

Skaði
Typ Berg-Riesin / Skigöttin
Herkunft Nordisch
Zeitraum Wikingerzeit; überliefert in den Eddas (13. Jahrhundert)
Primärquellen
  • Snorri Sturluson, Prosa-Edda / Gylfaginning und Skáldskaparmál (ca. 1220)
  • Lokasenna (Lieder-Edda): Loki beleidigt Skaði
Verwandte Wesen
Guardian
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Nachdem die Æsir den Riesen Þjazi getötet hatten, erschien seine Tochter Skaði in Helm und Kettenhemd, bewaffnet, vor den Toren Asgards. Sie kam, um Wergeld zu fordern. Die Götter boten ihr drei Dinge an: einen Ehemann, den sie nur anhand seiner Füße wählen durfte, die Versetzung von Þjazis Augen als Sterne an den Himmel und etwas, das sie zum Lachen bringen sollte. Das Letzte besorgte Loki, indem er ein Seil zwischen den Bart einer Ziege und seine eigenen Genitalien band und so lange Tauziehen spielte, bis Skaði lachte. Heute liest sich die Szene anders, als sie es wohl einst in der Methalle tat.

Der Berg

Nach der gescheiterten Ehe mit Njörd kehrte Skaði nach Þrymheimr zurück, in die Berghalle ihres Vaters. Sie jagt auf Skiern und trägt einen Bogen. Snorri nennt sie öndurgud, „Skigott“, und öndurdís, „Skifrau“. Sie ist die einzige Gestalt der nordischen Mythologie, die durch Winter, Berge und Jagd bestimmt ist und nicht durch Verwandtschaft oder kosmische Funktion.

Der Name

Mehrere Gelehrte haben vorgeschlagen, dass der Name „Skandinavien“ von Skaði abgeleitet ist. Das lateinische Scandia und das altnordische Skaðinawjō („Skaðis Insel“ oder „gefährliche Insel“) könnten beide auf sie zurückgehen. Wenn das stimmt, trägt die ganze Halbinsel den Namen einer Riesin, die das Heulen der Wölfe in den Bergen dem Kreischen der Möwen am Meer vorzog.

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