Penanggalan
Primärquellen
- Malaiische Volksüberlieferung
- Walter William Skeat, Malay Magic (1900)
Verwandte Wesen
Bloodsucker
Night Terror
- Poludnitsa
- Vještica
- Burde
- Soucouyant
- Gorée-Insel
- Historische Stätte Port Arthur
- Das Schlachtfeld von Gettysburg
- Das Tor zur Hölle (Darvaza-Gaskrater)
- Tuol Sleng (S-21)
- Die königlichen Gräber von Gyeongju
- La Llorona
- Der Hoia-Baciu-Wald
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- Die Edinburgh Vaults
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- Das Kloster von Aix-en-Provence
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- Burg Čachtice
- Der Aokigahara-Wald
- Das Pfarrhaus von Borgvattnet
- Die Insel Poveglia
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- Burg Houska
- Straßburg: Der Platz der Tanzplage
- Piazza Statuto, Turin
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- Der Tower of London
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- Albasty
- Mora
Der Penanggalan ist eine Frau. Tagsüber ist sie von jeder anderen Person nicht zu unterscheiden. Sie kann eine Hebamme sein. Sie kann bei Geburten helfen, das Neugeborene im Arm halten und der Mutter gratulieren. Bei Einbruch der Nacht kehrt sie in ihr Haus zurück, spricht ein Gebet oder eine Beschwörung, und ihr Kopf trennt sich am Hals vom Körper. Magen, Därme und Lungen kommen mit, baumeln unter dem schwebenden Kopf wie nasse Wurzeln. Der Körper bleibt dort sitzen, wo sie ihn zurückgelassen hat. Der Kopf fliegt.
Die Jagd
Der Penanggalan jagt schwangere Frauen und Frauen in den Wehen. Sie landet auf dem Dach und streckt ihre Zunge, die sich auf unnatürliche Länge ausdehnen kann, durch Ritzen in den Dielen oder Wänden. Sie trinkt Blut von der Mutter oder vom Neugeborenen. In manchen Überlieferungen wird das Kind krank und stirbt. In anderen entwickelt die Mutter eine auszehrende Krankheit, die keine Medizin heilen kann.
Die Abwehr
Dornige Pflanzen sind der wichtigste Schutz. Ananasblätter, Jeruju (eine dornige Wasserpflanze) und andere stachelige Gewächse, die rund um das Haus ausgelegt werden, verfangen die herabhängenden Organe des Penanggalan, wenn sie sich nähern will. In den Dornen verheddert, kann sie nicht mehr fliehen, bevor die Morgendämmerung sie entlarvt. Manchmal wird auch Essig erwähnt: Der Penanggalan muss seine Organe in Essig einweichen, damit sie so weit schrumpfen, dass sie wieder in den Körper passen.
Die thailändische Krasue
In Thailand heißt das entsprechende Wesen Krasue: ein schwebender Frauenkopf, unter dem Eingeweide herabhängen und der in grünem oder rotem Licht leuchtet. Durch thailändisches Fernsehen und Kino ist die Krasue zu einer der bekanntesten Horrorgestalten in den Medien Südostasiens geworden. Das Bild eines schönen Frauengesichts, das über baumelnden Organen schwebt, findet sich in Malaysia, Thailand, Kambodscha und auf den Philippinen wieder — ein Hinweis darauf, dass diese Überlieferung älter ist als die heutigen Staatsgrenzen.
