Die Kapelle des Heiligen Paulus in Galatina
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Die Kapelle des Heiligen Paulus steht im alten Viertel von Galatina, einer kleinen Stadt auf der Salento-Halbinsel in Apulien. Über Jahrhunderte war sie das Ziel von Menschen, die am Tarantismus litten, einem Zustand, der dem Biss der Tarantel zugeschrieben wurde.
Die Tanzheilung
Die Betroffenen, meist Frauen, kamen in Zuständen tiefer Verzweiflung zur Kapelle. Sie weinten, schrien, warfen sich zu Boden und verlangten nach Musik. Örtliche Musiker spielten die pizzica tarantata, eine schnelle, rhythmische Melodie, und die tarantati tanzten. Sie tanzten stundenlang, manchmal tagelang, bis die Erschöpfung den Bann brach. Die Heilung wurde dem Heiligen Paulus zugeschrieben, der den Menschen von Galatina der örtlichen Überlieferung nach während seines Durchzugs durch Apulien Immunität gegen Gift verliehen hatte.
Alte Wurzeln
Der Ethnograf Ernesto de Martino untersuchte den Tarantismus in den 1950er Jahren und dokumentierte die letzten aktiven Fälle an der Kapelle. Er vertrat die Ansicht, dass das Phänomen mit ekstatischen Riten verbunden sei, die weit älter als das Christentum waren, möglicherweise mit dem Kult des Dionysos, der zweieinhalbtausend Jahre zuvor in Süditalien geblüht hatte. Die Musik, die Trance, das gemeinschaftliche Bezeugen: Die Struktur war dieselbe. Nur die Namen hatten sich geändert.
Die Kapelle heute
Die letzten dokumentierten Fälle von Tarantismus an der Kapelle traten in den 1950er Jahren auf. Die pizzica hat als volkstümliche Musiktradition im Salento überlebt und wird heute auf Festivals aufgeführt. Die Kapelle ist weiterhin ein aktiver Ort des Gottesdienstes. Ein Brunnen im Inneren der Kapelle spendete einst Wasser, dem man die Kraft zuschrieb, Spinnenbisse zu heilen.
