Kompendium · Spinnenfrau / Gestaltwandlerin
Jorōgumo
Jorōgumo: die japanische Spinne, die 400 Jahre lebt und sich in eine schöne Frau verwandelt, die Männer in den Tod lockt. Der Name bedeutet „fesselnde Braut“.
Primärquellen
- Toriyama Sekien, Gazu Hyakki Yagyō (1776)
- Kaidan-Sammlungen der Edo-Zeit
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Die Joro-Spinne ist in Japan weit verbreitet. Ihr japanischer Name ist jorō-gumo. Die Seide ihres Netzes schimmert golden. In der Volksüberlieferung erhält eine Spinne dieser Art, die vierhundert Jahre lebt, die Fähigkeit, ihre Gestalt zu verändern.
Die Verwandlung
Die gealterte Spinne wird zu einer schönen Frau. Sie lässt sich in der Nähe eines Wasserfalls oder in einem verlassenen Haus nieder. Sie spielt die Biwa, die japanische Laute, und ihre Musik zieht Männer zu ihr. Sie bietet ihnen Tee, ein Gespräch und das Versprechen auf mehr. Während der Mann abgelenkt ist, beginnen Seidenfäden, sich um seine Beine zu wickeln. Bis er es bemerkt, kann er sich nicht mehr bewegen. Dann frisst sie.
Der Name
Jorō-gumo ist ein Wortspiel. In einer Schreibweise bedeuten die Schriftzeichen „fesselnde Braut“. In einer anderen bedeuten sie „verstrickende Prostituierte“. Diese Doppeldeutigkeit ist beabsichtigt. Das Wesen arbeitet mit Verführung, und die japanischen Erzähler haben die Warnung direkt in den Namen eingeschrieben.
Die echte Spinne
Trichonephila clavata, die echte Jorōgumo, baut Netze von bis zu einem Meter Durchmesser, deren Seide stark genug ist, um kleine Vögel zu fangen. 2022 bestätigten Forschende, dass sich die Art im Südosten der Vereinigten Staaten etabliert hat, nachdem sie um 2014 als invasive Art eingeschleppt worden war. Die vierhundert Jahre alte Gestaltwandlerin wurde in Georgia bislang nicht bestätigt.
Quellen
Bibliographie. Dieselbe Liste findet sich auch im Frontmatter des Artikels für Zitationswerkzeuge, die diese Daten maschinell auslesen.
- Toriyama Sekien, Gazu Hyakki Yagyō (1776)
- Kaidan-Sammlungen der Edo-Zeit
