Frigg

Frigg
Typ Königsgöttin / Schicksalsgöttin
Herkunft Nordisch / Germanisch
Zeitraum Proto-germanische Zeit – Christianisierung Skandinaviens (ca. 1100 n. Chr.)
Primärquellen
  • Snorri Sturluson, Prosa-Edda / Gylfaginning (ca. 1220)
  • Lokasenna (Lieder-Edda): Loki bezichtigt Frigg der Untreue
  • Völuspá (Lieder-Edda): Frigg weint um Baldr
  • Paulus Diaconus, Historia Langobardorum (8. Jahrhundert): Frea/Frigg überlistet Wodan
Verwandte Wesen
Earth Mother
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Frigg saß in Fensalir und wusste, was jedem widerfahren würde. Snorri sagt, sie „kennt das Schicksal der Menschen, obwohl sie keine Weissagung spricht“. Sie trug dieses Wissen in sich, ohne danach zu handeln — oder ohne handeln zu können. Der Unterschied ist wichtig, und die Quellen sagen nicht klar, was von beidem zutraf.

Die Schwüre

Als Baldr begann, von seinem eigenen Tod zu träumen, zog Frigg durch die Schöpfung und rang allem Schwüre ab: Feuer, Wasser, Eisen, Stein, Erde, Bäumen, Krankheiten, Tieren, Schlangen, Gift. Alles schwor, Baldr nicht zu verletzen. Die Mistel überging sie, weil sie zu jung und zu unbedeutend schien. Loki entdeckte die Lücke, fertigte daraus einen Wurfspieß und lenkte die Hand des blinden Gottes Höðr. Baldr starb.

Die langobardische Erzählung

Paulus Diaconus, der im 8. Jahrhundert schrieb, überliefert eine Geschichte, in der Frea (Frigg) ihren Gemahl Wodan (Odin) überlistet. Der Stamm der Winnili bittet Frea um Hilfe im Kampf. Sie sagt den Frauen, sie sollen sich das Haar vor das Gesicht binden wie Bärte und sich bei Tagesanbruch vor Wodans Fenster stellen. Wodan erwacht, sieht sie und fragt: „Wer sind diese Langbärte?“ Der Name bleibt haften. Sie werden zu den Langobarden, den Lombarden. Die Erzählung zeigt eine germanische Tradition, in der Frigg klug genug war, den Allvater auszutricksen.

Frigg und Freyja

Einige Forscher vertreten die Ansicht, dass Frigg und Freyja ursprünglich dieselbe Göttin waren. Beide werden mit Liebe verbunden, beide mit Voraussicht, und die sprachliche Verbindung zwischen Frigg und dem altnordischen Wort für „geliebt“ (frjá) überschneidet sich mit Freyjas eigenem Namen. In der kontinentalgermanischen Tradition erscheint nur Frigg (als Frija). Die Trennung in zwei Gestalten könnte eine skandinavische Entwicklung der späteren nordischen Zeit sein.

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