Bestiarium · Mysterientempel / Initiationsstätte

Das Telesterion von Eleusis

Die Initiationshalle, in der die Eleusinischen Mysterien zweitausend Jahre lang vollzogen wurden. Wer verriet, was im Inneren geschah, dem drohte der Tod. Die Ruinen stehen 14 Meilen westlich von Athen.

Das Telesterion von Eleusis
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Das Telesterion war die Initiationshalle von Eleusis, vierzehn Meilen westlich von Athen. Über ungefähr zweitausend Jahre hinweg, von der mykenischen Zeit bis ins 4. Jahrhundert n. Chr., wurden innerhalb seiner Mauern die Mysterien der Demeter und Persephone vollzogen. Wer verriet, was dort geschah, dem drohte der Tod. Cicero, Platon, Sophokles und Mark Aurel waren allesamt Eingeweihte. Keiner von ihnen sprach darüber.

Das Gebäude

Das Telesterion war eine große quadratische Halle, ungefähr fünfzig Meter lang und breit, groß genug, um mehrere tausend Eingeweihte zugleich aufzunehmen. Reihen von Säulen trugen das Dach. Entlang der Wände verliefen steinerne Sitzstufen. In der Mitte oder nahe einer Wand stand das Anaktoron, eine kleine innere Kammer, die nur der Hierophant, der oberste Priester, betreten durfte. Was auch immer den Eingeweihten gezeigt wurde, kam aus dieser Kammer.

Das Gebäude wurde mehrmals neu errichtet und erweitert. Iktinos, einer der Architekten des Parthenon, entwarf um 440 v. Chr. eine Version davon. Die endgültige Form stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr.

Was wir wissen

Die Großen Mysterien wurden jedes Jahr im September gefeiert. Die Eingeweihten gingen auf dem Heiligen Weg von Athen nach Eleusis. Sie fasteten, reinigten sich im Meer und opferten ein Ferkel. In der letzten Nacht betraten sie das Telesterion.

Drei Elemente werden immer wieder genannt: gezeigte Dinge (deiknymena), gesprochene Dinge (legomena) und vollzogene Handlungen (dromena). Darüber hinaus schweigen die Quellen. Aristoteles sagte, die Eingeweihten hätten „nichts gelernt, sondern seien in einen bestimmten Geisteszustand versetzt worden“. Cicero nannte die Mysterien das größte Geschenk, das Athen der Welt gemacht habe.

Das Ende

Kaiser Theodosius I. verbot 392 n. Chr. alle heidnischen Kulte. Das Heiligtum wurde 396 n. Chr. von Alarichs Westgoten zerstört. Die Anlage wurde nie wieder aufgebaut.

Besuch

Die archäologische Stätte von Elefsina ist für Besucher geöffnet. Ein Museum vor Ort zeigt Funde aus dem Heiligtum. Die Stadt Elefsina war 2023 Europäische Kulturhauptstadt, was den Ruinen neue Aufmerksamkeit und eine bessere Erreichbarkeit brachte. Die steinernen Fundamente und Säulenbasen des Telesterions sind deutlich zu erkennen.

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