Bestiarium · Gefängnisburg / Ort von Serienmorden
Burg Čachtice
Die slowakische Burg, in der Elisabeth Báthory, die Blutgräfin, 1610 in ihren Gemächern eingemauert wurde, nachdem man sie beschuldigt hatte, Hunderte junger Frauen gefoltert und getötet zu haben.
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Die Burg Čachtice steht als Ruine über dem Dorf Čachtice in der Westslowakei, am Fuß der Kleinen Karpaten. Sie wurde im 13. Jahrhundert erbaut und wechselte mehrmals den Besitzer, bevor sie in den Besitz der Familie Báthory gelangte.
Elisabeth Báthory
Elisabeth Báthory heiratete 1575 Ferenc Nádasdy und zog auf die Burg. Nach Nádasdys Tod im Jahr 1604 gingen am ungarischen Hof erste Beschwerden ein. Diener und Familien aus der Umgebung beschuldigten Báthory, junge Frauen gefoltert und ermordet zu haben, darunter viele Töchter niederer Adliger, die zur Erziehung auf die Burg geschickt worden waren.
Im Dezember 1610 ließ Palatin György Thurzó die Burg stürmen. Laut den Aussagen im Prozess fanden die Ermittler im Inneren tote und sterbende Mädchen. Báthory wurde nie offiziell vor Gericht gestellt, vermutlich wegen des politischen Einflusses ihrer Familie. Stattdessen ließ Thurzó sie am 31. Dezember 1610 in mehreren Räumen der Burg einmauern.
Die Zahlen
Für die Prozessakten wurden Aussagen von mehr als 300 Zeugen gesammelt. Ein Zeuge behauptete, eine Liste in Báthorys Handschrift mit 650 Namen gesehen zu haben. Historiker bestreiten diese Zahl. Einige meinen, die Anschuldigungen seien politisch motiviert gewesen — ein Mittel der Krone, Báthorys beträchtliche Besitzungen an sich zu bringen, ohne den Skandal eines öffentlichen Prozesses zu riskieren. Andere weisen darauf hin, dass die Aussagen, selbst wenn man Übertreibungen einkalkuliert, bei zu vielen Zeugen zu ähnlich ausfallen, um sie einfach vollständig abzutun.
Die Burg heute
Báthory starb am 21. August 1614 hinter den versiegelten Mauern. In den folgenden Jahrhunderten verfiel die Burg zusehends. Die Ruinen sind heute für Besucher geöffnet. Im Dorf darunter gibt es ein kleines Museum, das dem Fall gewidmet ist.
