Bestiary · Ort des Engelsabstiegs / Heiliger Berg
Der Berg Hermon: Wo die Wächter fielen
Der Berg an der Grenze zwischen Libanon und Syrien, auf dem laut dem Buch Henoch zweihundert Engel einen Eid schworen und zur Erde herabstiegen. Sie lehrten die Menschheit Metallverarbeitung, Kosmetik, Waffen und Zauberei.
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Der Berg Hermon erhebt sich 2.814 Meter hoch an der Grenze zwischen Libanon und Syrien. Seine oberen Hänge sind die meiste Zeit des Jahres schneebedeckt. Im Buch Henoch ist er der Ort, an dem zweihundert Engel vom Himmel auf die Erde herabstiegen.
Die Wächter
Das Buch Henoch, ein jüdischer apokalyptischer Text, der ungefähr zwischen 300 und 200 v. Chr. entstand, nennt den Berg Hermon als den Ort, an dem eine Gruppe von Engeln, die Wächter genannt wurden, einen Eid schwor und in die Welt der Menschen hinabstieg. Ihr Anführer war Shemyaza. Sie nahmen menschliche Frauen und zeugten Nachkommen, die Nephilim genannt wurden. Die Wächter lehrten die Menschheit Fähigkeiten, die der Text als gefährlich darstellt: Metallverarbeitung, Waffenbau, Kosmetik, Astrologie und Zauberei. Gott sandte die Sintflut, um die Nephilim zu vernichten.
Der Berg in der Überlieferung
Der Berg Hermon taucht in der Religionsgeschichte des Nahen Ostens immer wieder auf. Für die Kanaaniter war er heilig. In Gipfelnähe stehen die Reste eines römischen Tempels für Baal. Einige christliche Traditionen identifizieren den Berg als den Ort der Verklärung Jesu, auch wenn der Berg Tabor häufiger genannt wird. In der henochischen Überlieferung markiert der Berg eine Grenze: den Ort, an dem Himmel und Erde einander zu nahe kamen.
Heute
Der Berg liegt in einer politisch sensiblen Zone. Der Gipfel wird von Israel kontrolliert, das dort eine militärische Aufklärungsstation betreibt. Entlang der Hänge verläuft die UN-Pufferzone. Auf der von Israel kontrollierten Seite gibt es Skigebiete. Die Ruinen des römischen Tempels nahe dem Gipfel sind zugänglich, werden aber nicht instand gehalten.