Bestiary · Heiliger Tempel / Verlorene Stadt

Angkor Wat

Angkor Wat: das größte religiöse Monument, das je errichtet wurde. Ein hinduistischer Tempel, der buddhistisch wurde. Jahrhunderte lang vom Dschungel verschlungen. Allein der Wassergraben ist fünfeinhalb Kilometer lang.

Angkor Wat
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Suryavarman II. begann um 1113 n. Chr. mit dem Bau. Der Tempel war Vishnu geweiht, dem hinduistischen Gott der Bewahrung – eine ungewöhnliche Wahl in einer Dynastie, die zuvor vor allem Shiva verehrt hatte. Der zentrale Turm ragt 65 Meter über den Boden und stellt den Berg Meru dar, den kosmischen Berg im Zentrum des hinduistischen Universums. Der Wassergraben steht für den kosmischen Ozean. Die gesamte Anlage ist ein in Sandstein gestaltetes Modell des Kosmos.

Die Dimensionen

Angkor Wat umfasst 162 Hektar. Der Wassergraben ist 190 Meter breit und hat einen Umfang von 5,5 Kilometern. Schätzungsweise 300.000 Arbeiter und 6.000 Elefanten waren am Bau beteiligt. Die Sandsteinblöcke wurden in Phnom Kulen, 50 Kilometer entfernt, gebrochen und über Flüsse und Kanäle transportiert. Das Gesamtvolumen des verbauten Steins ist mit dem der Großen Pyramide von Gizeh vergleichbar.

Die Reliefs

Die Wände der äußeren Galerie tragen 800 Meter durchgehendes Basrelief – das längste der Welt. Zu sehen sind Szenen wie das Quirlen des Milchozeans, die Schlacht um Lanka aus dem Ramayana und die marschierende Armee Suryavarmans II. Über 3.000 einzelne Apsaras, himmlische Tänzerinnen, sind in die Wände gemeißelt, jede mit eigenem Gesicht, eigener Frisur und eigenem Schmuck.

Der Dschungel und die Rückkehr

Das Khmer-Reich geriet nach dem 15. Jahrhundert in den Niedergang. Die Bevölkerung zerstreute sich. Der Dschungel rückte vor. Angkor Wat wurde nie vollständig aufgegeben – buddhistische Mönche blieben vor Ort –, doch die umliegende Stadt Angkor, einst Heimat von mehr als einer Million Menschen, verschwand unter der Vegetation. Der französische Naturforscher Henri Mouhot machte die Stätte 1860 in Europa bekannt. Seitdem dauern die Restaurierungsarbeiten an. Jährlich besuchen mehr als 2,5 Millionen Touristen den Ort.

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