Amaterasu

Amaterasu
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Izanagi kehrte aus der Unterwelt zurück, wohin er gegangen war, um seine tote Frau Izanami zurückzuholen. Er wusch sich in einem Fluss, um sich von dem Tod zu reinigen, den er gesehen hatte. Als er sein linkes Auge wusch, wurde Amaterasu geboren. Als er sein rechtes Auge wusch, erschien der Mondgott Tsukuyomi. Als er seine Nase wusch, trat der Sturmgott Susanoo hervor. Izanagi übergab Amaterasu die Herrschaft über den Himmel.

Die Höhle

Susanoo, Amaterasus Bruder, verhielt sich im Himmel mit zunehmender Gewalt: Er zerstörte Reisfelder, häutete ein Pferd und warf es durch das Dach der Webhalle, wobei eine von Amaterasus Dienerinnen getötet wurde. Amaterasu zog sich in die Ama-no-Iwato zurück, eine Höhle, und verschloss den Eingang mit einem Felsblock. Die Sonne verschwand. Die Welt lag im Dunkeln.

Achthundert Götter versammelten sich vor der Höhle. Die Göttin Ame-no-Uzume stellte einen Bottich auf den Kopf, stieg darauf und begann zu tanzen. Der Tanz wurde ekstatisch. Ame-no-Uzume entblößte sich. Die Götter lachten. Amaterasu, neugierig wegen des Lärms, öffnete die Höhle einen Spalt. Die Götter hielten ihr einen Spiegel entgegen, den Yata no Kagami. Amaterasu sah ihr eigenes Licht darin gespiegelt und trat näher. Ein Gott packte ihre Hand und zog sie hinaus. Die Sonne kehrte zurück.

Die kaiserliche Linie

Amaterasus Enkel Ninigi stieg vom Himmel herab, um über die japanischen Inseln zu herrschen, und trug dabei drei heilige Gegenstände bei sich: den Spiegel (Yata no Kagami), das Schwert (Kusanagi no Tsurugi) und das Juwel (Yasakani no Magatama). Diese drei Gegenstände bilden bis heute die kaiserlichen Insignien Japans. Der gegenwärtige Kaiser ist dieser Überlieferung zufolge ein direkter Nachkomme Amaterasus. Der Ise-Großschrein, ihr wichtigstes Heiligtum, wird alle zwanzig Jahre abgetragen und neu errichtet – in einem Zyklus, der seit mehr als 1.300 Jahren andauert.

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