Bestiarium · Relikt-Hominide

Almas

Almas: der wilde Mensch des Altai-Gebirges. Mongolische Hirten berichten von einem gedrungenen, behaarten Zweibeiner, der Menschen meidet. Sowjetische Wissenschaftler suchten nach ihm. Die Beweislage bleibt unklar.

Almas
Typ Relikt-Hominide
Herkunft Mongolische, kasachische und kaukasische Überlieferungen
Zeitraum 15. Jahrhundert (früheste schriftliche Erwähnungen) bis zu heutigen Sichtungen
Primärquellen
  • Tagebuch eines bayerischen Soldaten (1427): früheste europäische Erwähnung
  • Boris Porschnew, Untersuchungen (1950er-1970er)
  • Myra Shackley, Still Living? (1983)
Verwandte Wesen
Cryptid
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Das Tagebuch eines bayerischen Soldaten aus dem Jahr 1427, verfasst während seiner Gefangenschaft bei den Mongolen, berichtet davon, dass man ihm ein Paar wilder, mit Haaren bedeckter Menschen gezeigt habe, die in den Bergen gefangen worden waren. Die Wesen konnten nicht sprechen. Ob dieser Bericht zuverlässig, ausgeschmückt oder frei erfunden ist, lässt sich unmöglich überprüfen. Es ist die früheste europäische Erwähnung dessen, wovon die Völker Zentralasiens offenbar schon viel länger erzählen.

Die Berichte

Mongolische Hirten beschreiben den Almas als kleiner als einen Mann, gedrungen, mit rötlich-braunem Haar bedeckt, mit flacher Nase und markanten Brauenwülsten. Er geht aufrecht. Er meidet Menschen. Sichtungen werden aus dem Altai, dem Tian Shan, dem Pamir und dem Kaukasus gemeldet. Die Berichte ähneln sich über Tausende Kilometer Gebirgsland hinweg, und zwar bei Bevölkerungen, die nur wenig Kontakt miteinander haben.

Die sowjetischen Untersuchungen

Boris Porschnew, ein sowjetischer Historiker und Wissenschaftler, verbrachte Jahrzehnte damit, Berichte über den Almas zu sammeln und bei der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften für die Finanzierung einer Expedition zu werben. Er vertrat die These, der Almas sei eine überlebende Population von Neandertalern oder einer anderen archaischen Hominidenart. Die Akademie blieb skeptisch, erlaubte aber begrenzte Untersuchungen. Kein Exemplar wurde gefangen. Die britische Archäologin Myra Shackley veröffentlichte 1983 Still Living? und argumentierte darin für die Existenz von Relikt-Hominiden in Zentralasien. Der wissenschaftliche Mainstream bleibt jedoch unüberzeugt.

Das Muster

Fast jedes große Gebirge der Erde kennt seinen wilden Menschen: den Yeti im Himalaya, den Yowie in Australien, den Sasquatch in Nordamerika, den Orang Pendek auf Sumatra. Der Almas passt in dieses Muster. Ob dieses Muster auf eine biologische Realität hinweist, auf ein psychologisches Bedürfnis oder einfach darauf, wie Menschen in Bergregionen die unheimlichen Geräusche und Bewegungen in ihrer Umgebung deuten, ist die Frage, die keine der Expeditionen bisher beantworten konnte.

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